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Ausbildung

Die Ausbildung ist eine wichtige Komponente zur Sicherung der Zukunft im Arbeitsleben, dies gilt sowohl für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber. Der Standort Deutschland lebt von einer hohen beruflichen Qualifikation. Berufliche Ausbildung gehört zu den entscheidenden Erfolgs­faktoren eines Unternehmens.

Definition
Ausbildung
Staatliche Hilfen zur Ausbildung
Mitwirkung bei der Überwachung der Ausbildung
Beratung




Definition

Ausbildung umfasst die Vermittlung von Kenntnissen und Wissen durch eine ausbildende Stelle, beispiels­weise eine staatliche Schule oder ein privates Unter­nehmen. Im Regelfall steht am Ende einer institutionellen Ausbildung eine Abschluss­prüfung. Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein Dokument ausgehändigt, das den positiven Abschluss der Ausbildung bescheinigt und die erworbene Befähigung nachweist, wie zum Beispiel ein Meister­brief im Bäcker­hand­werk.

Ausbildung

Bei der dualen Berufsausbildung erfüllen insbesondere Ausbildungs­betriebe und Berufs­schulen (berufs­bildende Schulen, Berufskollegs) diese Aufgaben nach den Vorgaben des Berufs­bildungs­gesetzes (BBiG). Als Grundlage für eine geordnete und einheitliche Berufs­ausbildung erlässt das Bundes­ministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) oder das jeweilige zuständige Fach­ministerium Ausbildungs­verordnungen. Desweiteren sind die zuständigen Kammern in den Prozess der betrieblichen Ausbildung eingebunden.

  • Einstiegsqualifizierung (§ 54a SGB III)
    Durch die Einstiegsqualifizierung besteht für Jugendliche, die aus individuellen Gründen eine eingeschränkte Vermittlungs­perspektive haben, die Möglichkeit innerhalb von sechs bis zwölf Monaten Teile eines Ausbildungs­berufes, einen Betrieb und das Berufs­leben kennen zu lernen. Betriebe, die eine Einstiegs­qualifizierung anbieten, melden der zuständigen Kammer den Platz zur Einstiegs­qualifizierung. Diese gibt die Meldung an die Agentur für Arbeit weiter. Dort kann der Betrieb einen Antrag auf Erstattung der Vergütung der Einstiegs­qualifikation stellen. Insbesondere Betriebe, die noch nicht ausbilden, können so prüfen, ob sie den Weg zum Ausbildungs­betrieb einschlagen möchten.

  • Anerkennung als Ausbildungsbetrieb
    Bei der zuständigen Kammer kann der Antrag auf Anerkennung als Ausbildungs­betrieb gestellt werden. Ausbilden kann grundsätzlich jeder Betrieb. Es sind jedoch bestimmte Richt­linien und Rahmen­bedingungen zu berücksichtigen. Diese sind unter anderem im Berufs­bildungs­gesetz (BBiG) geregelt. Das BBiG unterscheidet dabei zwischen der Eignung der Ausbildungs­stätte sowie der persönlichen und fachlichen Eignung der Ausbilderin oder des Ausbilders.

    Die Eignung des Betriebs als Ausbildungs­betrieb wird auf Antrag von den zuständigen Kammern geprüft. Es müssen u. a. alle in der Ausbildungs­ordnung festgelegten Kenntnisse und Fertigkeiten eines bestimmten Berufs­bildes vermittelt werden können.

    Außerdem haben die Ausbilderinnen und Ausbilder die Ausbilder­eignung gemäß der Ausbilder­eignungs­verordnung (AEVO) nachzuweisen. Die Prüfung der fach­lichen und persön­lichen Eignung kann bei den zuständigen Kammern abgelegt werden. Diese kann zur Erteilung der Ausbilder­eignung ein polizeiliches Führungs­zeugnis verlangen, welches bei der Kommunal­verwaltung beantragt werden kann. Zusätzlich ist mit der zuständigen Kammer das Ausbildungs­konzept abzustimmen.

  • Ausbilden
    Rechtzeitig vor Beginn eines Ausbildungs­jahres sollten Betriebe, die ausbilden wollen, ihre freien Ausbildungsstellen der zuständigen Kammer und der Agentur für Arbeit melden. Nach Abschluss des Ausbildungs­vertrags ist dieser zu Statistik- und Dokumentations­zwecken der zuständigen Kammer zuzuleiten. Die schriftliche Anmeldung der Auszubildenden an der Berufs­schule erfolgt durch den Ausbildungs­betrieb. Der zuständigen Kammer ist für Dokumentations­zwecke eine Kopie der Anmeldung zu übermitteln. Über die zuständige Kammer kann die fachlich zuständige Berufs­schule und über das Schul­amt die regional zuständige Berufs­schule erfragt werden. Das Schul­amt nimmt auch Gestattungs­anträge entgegen, falls ein regionaler Schul­wechsel beantragt werden soll. Bei der zuständigen Kammer sind die Anmeldungen für Zwischen- und Abschluss­prüfungen einzureichen. Anträge auf Kürzung oder Verlängerung der Ausbildungs­zeit werden bei den zuständigen Kammern gestellt.

Staatliche Hilfen zur Ausbildung

Über die Agentur für Arbeit können in besonderen Ausbildungs­situationen staatliche Hilfen beantragt werden.

  • Ausbildungsbegleitende Hilfen (abH) (§§ 75-80 SGB III)
    Die Ausbildung von förderungs­bedürftigen jungen Menschen berechtigt zur Beantragung von ausbildungs­begleitenden Hilfen (abH); z. B. um Sprach- und Bildungs­defizite abzubauen oder gezielt auf Prüfungen vorzubereiten. Die ausbildungs­begleitenden Hilfen sind vom Arbeitgeber bei der zuständigen Agentur für Arbeit zu beantragen. Diese prüft, ob die Voraus­setzungen für eine Förderung vorliegen. Geprüft wird u. a., ob ohne die Förderung ein Abbruch der Ausbildung droht. Dem Antrag sind in Kopie der unterschriebene Ausbildungs­vertrag, Schul­abschluss­zeugnisse und bei ausländischen Auszubildenden zusätzlich die Arbeitserlaubnis beizufügen.
  • Einstiegsqualifizierung (§ 54a SGB III)
    Als weitere staatliche Hilfe im Rahmen der Ausbildung kann auf Antrag auch die Vergütung der Einstiegs­qualifikation erstattet werden. Siehe hierzu Einstiegsqualifizierung.
  • Förderung der Teilhabe behinderter und schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben
    Zur Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeits­leben gewährt die Agentur für Arbeit auf Antrag weitergehende Zuschüsse. Darunter zählen u.a. der Zuschuss zur Ausbildungs­vergütung (§ 73 SGB III) und der Zuschuss für eine behinderten­gerechte Ausgestaltung von Aus­bildungs­plätzen (§ 34 SGB IX). Des Weiteren kann bei der Agentur für Arbeit die Gleichstellung von behinderten Jugendlichen mit schwer­behinderten Menschen beantragt werden. Nach dieser Gleichstellung können Arbeitgeber vom Integrationsamt für die Einstellung von behinderten Auszubildenden auch dann Zuschüsse erhalten, wenn der Grad der Behinderung weniger als 30 beträgt oder eine Behinderung noch nicht festgestellt ist und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet ist.

    Zur Förderung der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeits­leben gewährt das Integrationsamt auf Antrag weitergehende Zuschüsse. Dazu zählen u.a. Leistungen zur behinderungs­gerechten Einrichtung von Ausbildungs­plätzen aus Mitteln der Ausgleichsabgabe (§ 26b SchwbAV), Zuschüsse zu den Gebühren bei der Berufsausbildung für Unternehmen mit weniger als 20 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt (§ 26a SchwbAV) und ein Zuschuss bzw. Darlehen für die Schaffung eines neuen Ausbildungsplatzes (§ 15 SchwbAV). Zusätzlich kann bei der Agentur für Arbeit ein Antrag auf Eingliederungs­zuschuss für schwerbehinderte Menschen bei Übernahme in ein Arbeitsverhältnis im Anschluss an eine abgeschlossene Ausbildung gestellt werden (§ 73(3) SGB III).

Mitwirkung bei der Überwachung der Ausbildung

Die Einhaltung der gesetzlichen Ausbildungs­vorschriften, wie beispiels­weise das Berufs­bildungs­gesetz (BBiG) oder das Jugend­arbeits­schutzgesetz (JArbSchG), wird von den zuständigen Aufsichts­behörden und den zuständigen Kammern überwacht. Damit die Ausbildungs­betriebe bei einer Betriebs­prüfung entsprechende Unterlagen vorlegen können, sind sie zur Dokumentation z. B. von Aus­bildungs­unterlagen oder ärztlichen Bescheinigungen verpflichtet.

Beratung

Die Agentur für Arbeit bietet für Arbeitgeber eine Arbeitsmarkt­beratung an. Diese soll u.a. dabei unterstützen, Ausbildungs­stellen zu besetzen. Darüber hinaus beraten und unterstützen die Integrationsämter Arbeitgeber von behinderten und schwer­behinderten Menschen u.a. bei der behinderten­gerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen.

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Für alle Verwaltungsfragen können Sie die Behördennummer 115 kontaktieren.


Servicenummer der Bundesagentur für Arbeit: 0 800 / 4 5555 00

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