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Geburt eines Kindes

Die anstehende Geburt eines Kindes muss auch von behördlicher Seite bereits während der Schwanger­schaft vorbereitet werden. Die Schwanger­schaft muss bei verschiedenen Stellen gemeldet werden; zur Zeit der Schwanger­schaft können zudem spezielle Hilfe­leistungen beantragt werden. Nach der Geburt ist das Neu­geborene als neues Mitglied der Gesell­schaft anzumelden. Die Eltern des Kindes sind nach der Geburt berechtigt, staatliche Unter­stützung zu beziehen. Je nach Lebens­situation fallen zudem weitere Behörden­gänge an.

Mitteilung der Schwangerschaft
BAföG und Kind / Berufsausbildung und Kind
Geburt
Klärung der Vaterschaft und Sorgerecht
Finanzielle Hilfen
Weitere mögliche Behördenkontakte


Mitteilung der Schwangerschaft

Die werdende Mutter lässt sich von der Ärztin bzw. dem Arzt ihre Schwangerschaft bestätigen und erhält einen Mutter­pass. Zudem ermittelt der Arzt oder die Ärztin den voraus­sichtlichen Geburts­termin, welcher anschließend der Kranken­kasse mit­zuteilen ist. Die Schwangere erhält für die Zeit vor und nach der Entbindung ein Mutterschafts­geld. Bei gesetzlich versicherten Erwerbs­personen zahlt die zuständige Kranken­kasse einen Teil des Mutterschafts­geldes, bei privat Versicherten übernimmt das Bundes­versicherungs­amt diese Teilzahlung. Die Kranken­kassen können zudem die Anstellung einer Haus­halts­hilfe gewähren, wenn die werdende Mutter ihren häuslichen Tätigkeiten aufgrund der Schwangerschaft nicht mehr nach­kommen kann.

Die anstehende Geburt muss bei bestehender Erwerbs­tätigkeit auch dem Arbeitgeber mitgeteilt werden, welcher wiederum die zuständige Aufsichts­behörde informiert. Wichtig ist, dass der Antrag auf Elternzeit rechtzeitig, nämlich bis sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber eingereicht wird. Sollte diese Zeit nicht eingehalten werden, verschiebt sich der Beginn der Elternzeit nach hinten. Nach Absprache und Zustimmung des Arbeitgebers ist auch eine Verkürzung dieser Frist möglich. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz­maßnahmen, die der Arbeitgeber nun einhalten muss, zahlt er zudem den anderen Teil des Mutterschafts­geldes bzw. bei Arbeits­verbot einen Mutter­schutz­lohn.

Erwerbslose Schwangere teilen den voraus­sichtlichen Geburts­termin ihrer Agentur für Arbeit, dem Jobcenter oder dem Amt für Soziales mit. Die vorausstehende Geburt erhöht den ihr zustehenden Leistungs­satz; zudem können weitere Zuschüsse bspw. für die Erst­ausstattung des Neugeborenen (z.B. Babybett oder Kinderwagen) oder für Umstandsmode beantragt werden. Die zusätzlichen Leistungen für die Erst­ausstattung werden nur auf Antrag gewährt. Diese einmaligen Leistungen erhalten auch Bedürftige, die sonst keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben. Neben Schwangeren, die Sozialhilfe oder ALG II beziehen, kann auch schwangeren Frauen mit gering­fügigem Einkommen einmalige Leistungen für notwendige Erst­ausstattungen gewährt werden.

Befindet sich die Schwangere in einer finanziellen oder psychischen Notlage, können sogenannte Schwanger­schafts­konflikt­beratungsstellen konsultiert werden. Sie vergeben auf Antrag Leistungen aus der Bundes­stiftung „Mutter und Kind“ an Notleidende. Daneben gibt es auch weitere (zum Teil private) Einrichtungen, die Hilfe leisten können.

BAföG und Kind / Berufsausbildung und Kind

(Werdende) Mütter, die während ihrer Ausbildung BAföG beziehen haben die Möglichkeit, bei ihrem zuständigen BAföG-Amt einen Zuschlag für einen erhöhten Bedarf zu beantragen. Kommt es zu einer schwangerschafts­bedingten Unterbrechung der Ausbildung, wird die Förderung zunächst für drei Monate weiter gewährt. Nach Wiederein­stieg in die Ausbildung ist auch eine Wieder­aufnahme der Förderung möglich. Zudem kann der Förderungs­zeitraum verlängert werden, wenn die Dauer der Ausbildung durch Schwangerschaft und Kinder­erziehung mehr Zeit in Anspruch nimmt. Diese Leistungen werden der Antragstellerin vollständig als Zuschuss gewährt.

Bei BAföG-Bezieherinnen oder -beziehern, die sich bereits in der Rück­zahlungs­phase des Darlehens befinden, erhöht sich durch das Kind der Frei­betrag ihres anrechenbaren Einkommens. Zudem kann bei geringem Einkommen ein Antrag auf zinslose Freistellung des Darlehens gestellt werden.

Ist abzusehen, dass eine Jugendliche durch die Schwanger­schaft häufiger fehlt, sodass sie die Abschluss­prüfungen nicht schafft, kann sie bei dem Arbeitgeber bzw. der Aufsichts­stelle einen Antrag auf Verlängerung der Ausbildungs­zeit bzw. einen Antrag auf Teilzeit­ausbildung stellen. Wird dieser bewilligt, kann sie ihren Abschluss zu einem späteren Zeitpunkt machen. Die Prüfungen finden alle sechs Monate statt. Einen gesetzlichen Anspruch auf die Verlängerung der Ausbildungs­zeit gibt es jedoch nicht. Vor allem, wenn die Schwangerschaft erst kurz vor dem Ende der Ausbildung beginnt, besteht meist keine Notwendigkeit, die Ausbildung zu verlängern.

Geburt

Die Geburt des Kindes muss dem Standesamt binnen einer Woche am Geburtsort gemeldet werden. Nach der Festlegung des Familien­namens stellt das Amt die Geburts­urkunde für das Neugeborene aus. In manchen Fällen erfolgt die Mitteilung über die Geburt an das Standesamt direkt durch das Kranken­haus­personal. Falls der Wohnort des Kindes nicht seinem Geburtsort entspricht, wird die Geburts­urkunde an das Standesamt seines Wohnortes übermittelt. Das Standesamt informiert zudem das Bundes­zentralamt für Steuern.

Das Kind muss nun über seine Eltern kranken­versichert werden. Gegebenenfalls erfolgt eine Meldung des neuen Bürgers oder der Bürgerin bei der kommunalen Meldebehörde, welche bei Bedarf Ausweispapiere für ihn oder sie ausstellt. Die Melde­behörde meldet die Geburt des Kindes zudem im Rahmen des ELStAM-Verfahrens als Lohn­steuer­abzugs­merkmal der Eltern an. Sollte der Arbeitgeber noch nicht am ELStAM-Verfahren teilnehmen – hierüber kann das Lohnbüro Auskunft geben – ist eine Mitteilung an das zuständige Finanzamt notwendig. Dieses kann auf telefonische oder schriftliche Anfrage hin einen Ausdruck der aktuellen persönlichen Lohn­steuer­abzugs­merkmale erstellen. Der Ausdruck dient zur Vorlage beim Arbeitgeber und enthält auch die erforderlichen Daten zur Berück­sichtigung des Kindes ab dem Monat der Geburt.

Klärung der Vaterschaft und Sorgerecht

Ist die Mutter unverheiratet, obliegt ihr zunächst das alleinige Sorge­recht für das Kind. Beide Eltern­teile können jedoch im kommunalen Jugendamt eine Sorge­erklärung abgeben, welche ihnen das gemeinsame Sorgerecht zuteilt. Ist die Kindes­mutter minderjährig, bestimmt das Jugendamt über einen Vormund zur vorläufigen Übernahme des Sorgerechts für das Neugeborene.

Bei unverheirateten Eltern sollte zudem die Vaterschaft festgestellt werden. Der Vater des Kindes kann seine Vaterschaft freiwillig anerkennen. Dies geschieht mit dem Einverständnis der Mutter üblicherweise beim Jugendamt, dem Amtsgericht oder dem Standesamt. Damit einher geht auch die Anerkennung seiner Unterhalts­verpflichtung gegenüber dem Kind.

Eine alleinerziehende Mutter kann beim Jugendamt zudem eine Vorleistung des Unterhaltes beantragen, wenn der Vater die Unterhalts­zahlungen verweigert oder unbekannt ist.

Finanzielle Hilfen

In der Regel haben alle in Deutschland lebenden Erziehungs­berechtigten mit Kindern bis zu einer gewissen Alters­grenze einen Anspruch auf Kinder­geld. Dieses kann unter Vorlage der Geburts­urkunde des Kindes zusammen mit der Angabe der Steuer­nummer (diese wird ihm vom Bundes­zentralamt für Steuern automatisch zugesandt) bei der Familien­kasse bzw. bei einer entsprechenden Stelle für Beamtinnen und Beamte beantragt werden. Verfügen die Eltern über ein nur geringes Einkommen, kann ebenfalls bei der Familien­kasse ein sogenannter Kinder­zuschlag beantragt werden.

Als weitere Transfer­leistung zahlt der Staat Eltern­geld für die Betreuung eines Kindes in den maximal ersten 14 Monaten nach seiner Geburt. Beantragen kann man dies bei den jeweiligen Eltern­geld­stellen in der Kommunal­verwaltung am Wohnsitz. Der Antragsteller oder die Antragstellerin muss dabei verschiedene Nachweise zu seinem bzw. ihrem Einkommen und Arbeits­verhältnis erbringen, da das Elterngeld eine Entgelt­ersatz­leistung darstellt. Eltern, die nach der Geburt des Kindes in Teilzeit arbeiten, können die Bezugszeit des Eltern­geldes verlängern: Aus einem Elterngeld­monat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Entscheiden Mütter und Väter sich, zeitgleich mit ihrem Partner in Teilzeit zu gehen – für vier Monate lang parallel und zwischen 25 bis 30 Wochenstunden – erhalten sie mit dem Partner­schafts­bonus vier zusätzliche ElterngeldPlus-Monate.

Weitere mögliche Behördenkontakte

Ist ein Neugeborenes das siebente Kind einer Familie, können seine Eltern für dieses Kind eine Ehren­patenschaft durch den Bundes­präsidenten beantragen. Die Antragstellung erfolgt bei der zuständigen Kommunal­verwaltung.

Erwerbslose Mütter können unter Vorlage der Geburts­urkunde des Kindes die Erziehungs­zeit für die Berechnung ihrer gesetzlichen Rente geltend machen. Ansprech­partner ist in diesem Fall die Deutsche Renten­versicherung.

Die Neugeborenen werden in ihren ersten Lebensjahren mit mehreren Vor­sorge­untersuchungen durch den Arzt begleitet. In manchen Bundes­ländern ist die Durchführung dieser Untersuchungen verpflichtend und wird von den jeweiligen Kommunal­behörden bzw. Versorgungs­ämtern überprüft.

Für das gesamte Verfahren gilt außerdem, dass Personen mit ausländischer Staats­bürgerschaft oder Personen, die im Ausland geboren sind, ggf. Bescheinigungen aus ihrem Heimat­land erbringen müssen. Diese Bescheinigungen benötigen eine notariell beglaubigte Übersetzung.

Bereichsmenu

Hier finden Sie Ihre zuständige Behörde:


Telefonischer Behördenkontakt

  • BAföG-Hotline: 0 800 / 2 23 63 41

  • Bürger-Service Auswärtiges Amt: 0 30 / 1817 2000

  • Bürgertelefon Deutsche Rentenversicherung: 0 800 / 10 00 48 00

  • Bürgertelefon zur gesundheitlichen Prävention: 0 30 / 340 60 66 – 03

  • Hilfetelefon für Schwangere in Not: 0 800 / 40 40 020

  • Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen: 0 8000 116 016

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