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Aufnahme eines Zweitjobs

Entscheidet sich eine Person, neben dem Haupt­arbeits­verhältnis einen weiteren Job aufzunehmen, fallen einige Behörden­kontakte an. Ein Zweit­job ist definiert als eine Neben­tätigkeit, die gegen Entgelt verrichtet wird. Das erwirtschaftete Entgelt wird als Zuverdienst bezeichnet. Der ausgeübte Zweitjob kann dabei verschiedenen Kategorien zugeordnet werden: der kurzfristigen Beschäftigung, der geringfügigen Beschäftigung oder der Beschäftigung in der Gleitzone.

Kurzfristige Beschäftigung
Geringfügige Beschäftigung
Beschäftigung in der Gleitzone


Kurzfristige Beschäftigung

Definition

Der ausgeübte Zweitjob gilt als kurzfristige Beschäftigung, wenn er auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich. Wird ein Zweitjob auf­genommen, ist zunächst der Arbeits­vertrag des bestehenden Arbeits­verhältnisses auf mögliche Einschränkungen zu über­prüfen.


Der Bewerbungs- und Einstellungsprozess

Werden für die Bewerbung beglaubigte Zeugniskopien und ein behördliches Führungszeugnis benötigt, sind diese über die Kommunal­verwaltung unter Vorlage des Personalausweises und der Originalzeugnisse einzuholen.

Bei einer kurzfristigen Beschäftigung ist ein prozentualer Anteil des Einkommens in die Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosen­versicherung einzuzahlen. Mit dem Sozial­versicherungs­ausweis meldet der Arbeitgeber die Lohn­steuer beim Finanzamt an.



Geringfügige Beschäftigung

Definition

Für die gering­fügig entlohnten Beschäftigungen beträgt die Entgeltgrenze 450 Euro monatlich. Somit wird eine gering­fügige Beschäftigung, auch Mini-Job genannt, bei einem Zuverdienst bis 450 Euro monatlich ausgeübt. Auch an dieser Stelle ist der Arbeits­vertrag des Haupt­arbeits­verhältnisses auf Einschränkungen zu prüfen und der bisherige Arbeitgeber über die Aufnahme des Zweitjobs zu informieren


Der Bewerbungs- und Einstellungsprozess

Auch für die Aufnahme einer gering­fügigen Beschäftigung kann der Arbeitgeber die Vorlage von beglaubigten Zeugnissen und eines behördlichen Führungs­zeugnisses verlangen. Die Zeugnis­kopien können bei der Kommunal­verwaltung oder beim Notariat unter Vorlage des Personal­ausweises und der Original­dokumente beglaubigt werden. Die Kommunal­verwaltung stellt unter Vorlage des Personal­ausweises das Führungs­zeugnis aus. Dieses wird in der Regel direkt an den Arbeitgeber übermittelt.

Mit der Ausübung einer geringfügigen Beschäftigung sind Abgaben an die Sozial­versicherung zu zahlen. Für die Einzahlung in die Kranken­versicherung wird eine Mitglieds­bescheinigung der Kranken­kasse benötigt.

Mit dem Sozial­versicherungs­ausweis und der Steuer­identifiaktions­nummer meldet der Arbeitgeber die Beschäftigung beim Finanz­amt an.



Beschäftigung in der Gleitzone

Definition

Bei zwei und mehr Beschäftigungen, die ein Gesamt­entgelt von 450,01 bis 850 Euro erreichen, spricht man von einer Beschäftigung in der Gleitzone.


Der Bewerbungs- und Einstellungsprozess

Werden beglaubigte Zeugniskopien für die Bewerbung benötigt, sind diese bei der Kommunal­verwaltung oder einem Notariat unter Vorlage eines Personalausweises und der Original­zeugnisse beglaubigen zu lassen.

Ist die Vorlage eines behördlichen Führungs­zeugnisses notwendig, ist dieses mit dem Personal­ausweis bei der Kommunal­verwaltung zu beantragen.

Bei dieser Form der Beschäftigung sind geringere Sozial­versicherungs­beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosen­versicherung zu entrichten. Damit der Arbeitgeber seinen Beitrag an die Kranken­kasse abführen kann, hat der Arbeit­nehmer bzw. die Arbeit­nehmerin zunächst eine Mitglied­schafts­bescheinigung vorzulegen. Zur Renten­versicherung sind jedoch volle Beiträge zu zahlen. Die Beitrags­anteile des Arbeit­nehmers bzw. der Arbeit­nehmerin und des Arbeit­gebers können mit Hilfe des Gleit­zonen­rechners der Deutschen Renten­versicherung berechnet werden. Des Weiteren fallen Lohn­steuer­beiträge an. Für die Anmeldung zur Lohn­steuer teilt der Arbeit­nehmer bzw. die Arbeit­nehmerin dem Arbeitgeber folgende Daten und Nachweise zur Berechnung der Lohn­steuer mit: das Geburts­datum, die Steuer­identifikations­nummer, zu finden auf dem Sozial­versicherungs­ausweis, sowie die Angabe, ob es sich bei dieser Beschäftigung um ein Haupt- oder Neben­arbeits­verhältnis handelt. Die Steuer­identifikations­nummer wird dem Arbeitgeber mit einer Kopie des Sozial­versicherungs­ausweises übermittelt.


Aufstockung durch Arbeitslosengeld II

Reicht das Einkommen nicht aus um den Lebens­unterhalt zu bestreiten, so kann beim Jobcenter die Aufstockung durch Arbeits­losen­geld II beantragt werden. Das Arbeits­losen­geld II ist dort persönlich zu beantragen und wird frühestens ab dem Zeitpunkt der Antrag­stellung, nicht rück­wirkend, gewährt. Vorzulegen für den Antrag sind Dokumente wie der Personal­ausweis, Einkommens­unterlagen, Nachweise über Bargeld, Vermögen und Versicherungen, die Kosten der Unterkunft, Kranken­versicherung/ Pflege­geld und frühere Bescheide zu Arbeits­losen­geld I, Arbeits­losen­geld II, Sozial­hilfe, Wohn- und Kranken­geld.


Wohngeld

Zusätzlich kann in der Wohn­geld­stelle der örtlichen Kommunal­verwaltung ein Antrag auf Wohn­geld gestellt werden. Es sind folgende Dokumente vorzulegen: Miet­vertrag, Vermieter­bescheinigung oder Kauf­vertrag, eine aktuelle Haushalts­bescheinigung und Einkommens­nachweise. Bei Studierenden ist die Vorlage der Immatrikulations­bescheinigung erforderlich.


Einkommensteuererklärung

Nach Ablauf des Jahres kann je nach steuerlicher Leistungsfähigkeit der oder des Beschäftigten die durch den Arbeitgeber einbehaltene und abgeführte Lohn­steuer über die Einkommen­steuer­erklärung festgesetzt und durch das Finanzamt über den Einkommensteuerbescheid zurückerstattet werden. In der Einkommen­steuer­erklärung ist für das entsprechende Jahr unter anderem die Höhe des Einkommens anzugeben. Da die steuerliche Leistungsfähigkeit durch individuelle Lebensumstände beeinflusst wird, sind weitere Belege bereitzuhalten, wie z.B. für Kinder­betreuung, Bescheinigungen über Alters­vorsorge­beiträge, Bescheinigungen über vermögens­wirksame Leistungen, Spenden oder haushaltsnahe Dienstleistungen.

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Telefonischer Behördenkontakt

  • Servcie-Nummer Agentur für Arbeit: 0 800 / 4 5555 00

  • Service-Telefon der Deutschen Rentenversicherung: 0 800 / 1000 4800

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