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Einkommensteuererklärung

Grundsätzlich gilt: Wer vom Finanzamt aufgefordert wird, muss auch eine Steuer­erklärung machen. Wer keine Aufforderung erhält, der ist davon aber nicht automatisch befreit, denn verschiedene Einkommens­situationen verpflichten auch ohne Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung.

Wer ist zur Steuererklärung verpflichtet?
Anfertigung und Übermittlung der Steuererklärung


Wer ist zur Steuererklärung verpflichtet?

Zu einer Einkommen­steuer­erklärung verpflichtet sind alle Selbst­ständigen, frei­beruflich Tätigen, Beschäftigte in Land- und Forst­wirtschaft sowie Gewerbe­treibende, denn anders als bei Angestellten wird bei ihnen nicht jeden Monat ein Teil des Einkommens als Lohnsteuer einbehalten. Stattdessen zahlen viele von ihnen vier Mal im Jahr Einkommen­steuer im Voraus. Ob diese Zahlungen festgesetzt werden, hängt von der Höhe der Einkünfte ab. Da diese Zahlungen geschätzt werden oder auf den Ergebnissen des Vorjahres beruhen, sind sie allerdings nur ein grober Richtwert. Klarheit schafft dann nur die Steuer­erklärung. Aus dem sich anschließenden Steuer­bescheid können sich höhere Nachzahlungen oder Rück­erstattungen ergeben.

Aber auch in anderen Fällen ist das Finanzamt gesetzlich angehalten, die steuerliche Leistungs­fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger zu überprüfen. Eine Einkommen­steuer­erklärung muss nach § 46 des Einkommen­steuer­gesetzes daher auch dann abgegeben werden, wenn das Einkommen nur teilweise aus nicht­selbst­ständiger Arbeit besteht und zum Beispiel zusätzlich noch Lohn­ersatz­leistungen wie Arbeitslosen-, Kranken-, Eltern- oder Kurz­arbeiter­geld bezogen werden. Ein anderer Grund könnte sein, dass gemeinsam veranlagte Partner die Steuer­klassen­kombination III/V gewählt haben oder dass Freibeträge eingetragen wurden.

Nebeneinkünfte, die 410 Euro überschreiten, eine Abfindung vom Arbeitgeber oder Lohn von mehreren Arbeitgebern, der nach der Steuerklasse VI abgerechnet worden ist, sind weitere Anlässe für die Pflicht zur Abgabe einer Steuer­erklärung.

Scheidung, Trennung, Wiederheirat und die damit zusammen­hängenden Unterhalts­zahlungen sowie die Aufteilung oder Übertragung von Kinder­freibeträgen können ebenfalls zu einer Steuer­erklärungs­pflicht führen.

Weitere Beispiele zur Steuer­erklärungs­pflicht und Einkommen­steuer­erklärung im Allgemeinen in folgenden Lebenslagen:

Berufsstart
Aufnahme eines Zweitjobs
Heirat / Lebenspartnerschaft
Staatliche Hilfe bei Kinderbetreuung
Immobilienerwerb
Eintritt in den Ruhestand
Längerfristige Krankheit
Behinderung
Pflegebedürftigkeit
Tod einer nahestehenden Person
Ehrenamtliche Tätigkeit im Verein


Weitere Informationen zur Einkommensteuer im Allgemeinen und Formulare zur Steuererklärung sind im Bereich Publikationen des Bundesfinanzministeriums bzw. über den Formularserver der Bundesfinanzverwaltung abrufbar.


Anfertigung und Übermittlung der Steuererklärung

Die digitale, weitgehend belegfreie Steuer­erklärung ist – abhängig von individuellen Steuer­tat­beständen, die ggf. die unmittelbare Übermittlung von Belegen erfordern können – bereits üblich und weit verbreitet. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde im Jahr 2016 ebenfalls verkündet und trägt einer weiteren Verein­fachung des Besteuerungs­verfahrens Rechnung, so dass ab 2017 keine Belege mehr eingereicht und nur auf Abruf vorgehalten werden müssen.

Zur Bearbeitung der Steuer­erklärung können Steuer­pflichtige frei verkäufliche Steuer­software verwenden oder das vom Bundes­ministerium der Finanzen bereit­gestellte Elster Online-Modul nutzen. Zum Start von Elster Online muss mit einem internet­fähigen Rechner lediglich eine Registrierung durchgeführt werden, um anschließend die steuer­relevanten Daten eingeben und übermitteln zu können. Im Folgejahr können die eingegebenen Daten übernommen und einfach aktualisiert werden. Die klassische Steuer­erklärung in Papier­form ist jedoch weiterhin möglich.

Sind die elektronisch oder in Papier­form übermittelten Angaben vom Finanzamt geprüft, kann es möglicher­weise zu Nachfragen kommen. Wurden diese in Rück­sprache mit dem Finanz­amt oder durch den Versand klärender Unterlagen oder Belege ausgeräumt, erhält der oder die Steuer­pflichtige den Einkommen­steuer­bescheid auf der Grundlage des zu versteuernden Einkommens.

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Telefonischer Behördenkontakt

Für alle Verwaltungsfragen können Sie die Behördennummer 115 kontaktieren.

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