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Ehrenamtliche Tätigkeit im Verein

Die Tätigkeit in einem Verein kann sich auf vielfältige Weise gestalten. Die Zahl und Art der Behördenkontakte hängen sowohl von der Stellung einer ehrenamtlich tätigen Person innerhalb des Vereins als auch von der Art und dem Ziel des Vereines ab. Die hier dargestellte Auflistung kann daher nur einen Auszug aus einigen Fallkonstellationen darstellen.

Die Tätigkeit wird aus zwei Perspektiven betrachtet: Zum einen geht es um das Handeln innerhalb des Vereins, hierunter fällt die Gründung und laufende Verwaltung sowie das Ausrichten besonderer Veranstaltungen. Zum anderen geht es um die ehrenamtliche Tätigkeit an sich, die anerkannt werden kann und steuerliche Vorteile mit sich bringt.

Gründung und Verwaltung
Sonderfall Sportverein
Ausrichten von Veranstaltungen
Ehrenamtliche Tätigkeit im Verein


Gründung und Verwaltung

Um einen Verein gründen zu können, bedarf es einer Gründungs­versammlung mit mindestens sieben Gründungs­mitgliedern. Die Versammlung beschließt die Satzung des Vereins und hält die Ergebnisse der Gründung in einem Gründungs­protokoll fest. Das Gründungs­protokoll muss im nächsten Schritt notariell beglaubigt werden.

Der Verein muss beim Finanzamt angemeldet werden. Sofern gemeinnütziges Handeln angestrebt wird, erfolgt hier die Prüfung auf Gemeinnützigkeit auf Basis der Satzung. Gemeinnützig agierende Vereine sind von der Körperschaft­steuerpflicht freigestellt. Findet keine Befreiung statt, so ist der Verein steuerpflichtig und der Vorstand muss entsprechende Steuer­erklärungen anfertigen. Die Prüfung auf Gemeinnützigkeit muss in regelmäßigen Abständen wiederkehrend stattfinden.

Der Verein kann beim Amtsgericht in das Vereins­register eingetragen werden, um Rechts­fähigkeit zu erlangen. Erfolgt ein solcher Eintrag, müssen dort auch jegliche Änderungen angezeigt werden, wie bspw. Änderungen in der Satzung oder der Besetzung der Vorstands­mitglieder.

Nimmt der Verein am Bildungs- und Teilhabepaket teil, entstehen dadurch weitere Behörden­kontakte. Zunächst ist es ratsam, sich mit der jeweiligen Kommunal­verwaltung in Kontakt zu setzen und sich über das Paket sowie einzelne Verfahrens­schritte zu informieren. Diese Behörden regeln ebenfalls die finanzielle Abwicklung des Verfahrens.

Gehört dem Verein ein Vereinsheim an, entstehen dem Verein Behörden­kontakte unter anderem zur Kommunal­verwaltung bezüglich der Gebäude­nutzung; gegebenenfalls muss für den Ausschank von alkoholischen Getränken beim Ordnungsamt eine Schanklizenz beantragt werden.

Sonderfall Sportverein

Ein Sportverein muss seine Mitglieder zunächst ausreichend gegen Unfälle versichern, die im Rahmen der Vereins­tätigkeit geschehen können. Zusätzlich hat er die Möglichkeit, Zuschüsse aus der Kommune, dem Land oder von Sportbünden (in den meisten Fällen handelt es sich um eingetragene Vereine) zu erhalten. Als Nachweis der Vereins­tätigkeit werden von den Förderern neben Statistiken über Mitglieder sowie Übungsleiterinnen und -leiter Verwendungs­nachweise der Fördermittel gefordert.

Die Nutzung von Sport­stätten wie Hallen oder Sport­plätzen muss mit der Kommunal­verwaltung abgestimmt werden, die über die Vergabe von Nutzungsrechten und -zeiten entscheidet.


Ausrichten von Veranstaltungen

Besondere Veranstaltungen, wie beispielsweise die Ausrichtung eines Sommer­festes oder eines Turnieres, müssen beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet werden. Gibt es einen Getränke- oder Imbiss­verkauf, muss der Veranstalter ein Gaststätten­gewerbe sowie eine Schanklizenz beantragen. Neben dem Gewerbe­amt kann zur Gewährleistung der Lebensmittel­hygiene zusätzlich das Veterinäramt beratend oder kontrollierend tätig werden, um einen korrekten Umgang mit Lebensmitteln sicher zu stellen. Die Überprüfung des Brand­schutzes und der sanitären Anlagen obliegt wiederum dem Ordnungsamt. Das Finanzamt ist ebenfalls involviert: Ihm muss das Stattfinden der Veranstaltung bekannt gegeben sowie eine Übersicht aller Einnahmen und Ausgaben offengelegt werden.

Ehrenamtliche Tätigkeit im Verein

Die geleistete ehrenamtliche Arbeit kann beispielsweise durch eine entsprechende Ehrenamts­karte offiziell nachgewiesen werden. Das Verfahren zur Vergabe der Nachweise unterliegt länder­spezifischen Regelungen, die Zuständigkeit liegt jedoch in den meisten Fällen bei kommunalen Behörden oder den Landesministerien.

Falls im Ehrenamt tätige Personen eine Aufwands­entschädigung erhalten, so ist diese bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei (zu nennen sind hier zum Beispiel die Übungsleiter­pauschale sowie die Ehrenamts­pauschale). In der Steuererklärung können entsprechende Eintragungen gemacht werden – je nachdem ob die ehrenamtlich Tätigen Arbeitnehmer bzw. Arbeitnehmerinnen oder selbstständig sind. Bei Bezug von Arbeitslosen­geld muss dem Arbeitsamt das Ehrenamt angezeigt werden. Ein Arbeitseinsatz von mehr als 15 Stunden pro Woche zählt als Neben­tätigkeit und wirkt sich genauso auf die Höhe des Arbeitslosen­geldes aus wie der Erhalt von Entschädigungen, die 200 Euro übersteigen.

Findet das Ehrenamt in der Jugend­arbeit oder im Katastrophen­schutz statt, ergeben sich zusätzliche Behörden­kontakte. Gegebenen­falls muss vor Aufnahme der Tätigkeit ein behördliches Führungs­zeugnis vorgelegt werden, welches bei der kommunalen Meldebehörde beantragt werden kann. Beide Arbeitsfelder werden zudem gesondert gefördert. Müssen die ehrenamtlich Tätigen ihrer eigentlichen Arbeitsstätte aufgrund eines Einsatzes fernbleiben, so ist der Arbeitgeber in vielen Fällen gesetzlich verpflichtet, das Arbeitsentgelt fortzuzahlen. Die durch den Ausfall verursachten Kosten werden durch den Aufgabenträger der ehrenamtlichen Tätigkeit auf Antrag erstattet.

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